Drei Väter

Wir gratulieren: “Drei Väter” ist Preisträger des erstmals vergebenen Schweizer Kinder- und Jugendbuchpreis 2020.
Die Jury begründet ihren Entscheid wie folgt:
«Mit seiner Graphic Novel ‹3 Väter› legt der Zürcher Grafiker und Illustrator Nando von Arb eine persönliche und in Bild und Wort ausdrucksstarke Geschichte vor. Erzählt wird aus der Perspektive des kleinen Nando, der in einer unsteten Patchworkfamilie aufwächst und für den drei unterschiedliche Partner im Leben der Mutter zu prägenden Vaterfiguren werden.
Die alltagsnahen Szenen handeln von Trennungsschmerz und Neuanfang, von Nestwärme, Verlässlichkeit und erneuter Enttäuschung. Die heiter-melancholischen Episoden treffen ins Herz und weisen in ihrer schonungslosen Freimütigkeit stets über das Individuelle hinaus. Die radikale Kinderperspektive entlarvt die Welt der Erwachsenen, ohne zu bewerten oder anzuklagen.
Nando von Arb hat dafür eine eigenwillige Sprache und Form gefunden. Mit Leichtigkeit und Experimentierfreude verknüpft er einen abgeklärten Erzählton mit unverblümt ruppigen Dialogen. Schroffe Schwarz-Weiss-Zeichnungen wechseln spielerisch mit popfarbener Buntheit und die Reflexion über Kunst zieht sich nicht nur durch das Leben des Protagonisten, sondern schlägt sich auch in der Materialität dieses aufwendig gestalteten Buchkunstwerks nieder.
Die authentische Familiengeschichte ‹3 Väter› erreicht junge wie ältere Leserinnen und Leser gleichermassen. Nando von Arb ist hier ein Balanceakt gelungen, der die Jury beeindruckt und überzeugt hat.»

“Stilistisch gehört «Drei Väter» zu den verblüffendsten, eigenwilligsten und einfallsreichsten Comics seit langem.” Christian Gasser in der Neuen Zürcher Zeitung

“Das ist genau die Stärke von „Drei Väter“. Die Graphic Novel wird ganz aus der Sicht des jungen Nando erzählt. Alles passt: die Schrift, die Sprache, die episodenhafte Erzählung und natürlich die Bilder.” Dela Wälti im Bewegungsmelder, Bern

“Ein ganz schön grenzenloser Comic, eine durch und durch ästhetische Bildergeschichte, und eine kritische und gerade darin sehr, sehr komische Auseinandersetzung mit Vätern, Kindern, Müttern und ähnlichen Gattungen.” Charlotte von Bausznern im Tagesspiegel, Berlin